Keine Angst vor dem Bohrer
Der
Gedanke an den Bohrer kann den
Zahnarztbesuch zur Qual werden
lassen. Allein das Geräusch lässt
einem die Haare zu Berge stehen und
verursacht ein flaues Gefühl im
Magen. Dabei ist die Angst vor einer
schmerzvollen Behandlung mit dem
Zahnarztbohrer fast immer
unbegründet. Eine Kariesbehandlung
läuft heute dank moderner Betäubung
zumeist völlig schmerzfrei ab. Viel
Schlimmer als die Behandlung selbst
sind jedoch die Vorstellungen, die
ein Patient mit einer Behandlung
durch den Bohrer verbindet. Der
Geruch der Praxis und das
unangenehme Geräusch tun dann ihr
Übriges.
Rund 70 Prozent der Deutschen fürchten sich vor dem Zahnarztbesuch. Gesellschaftlich ist diese Angst damit weitgehend akzeptiert. Fast jeder kann mit Geschichten über unangenehme Behandlungen aufwarten und im Mittelpunkt dieser Ängste steht häufig die Kariesbehandlung mit dem Bohrer. Die Realität sieht jedoch weit weniger schlimm aus.
Schmerzen effektiv verhindern
Für die Furcht vor dem Bohrer gibt es viele Gründe. Oft spielt die Angst vor Schmerzen eine Rolle. Viele Zahnärzte haben sich darauf eingestellt. Neben der herkömmlichen lokalen Betäubung gibt es über den Dämmerschlaf bis zur Vollnarkose eine Vielzahl weiterer Methoden um den Schmerz wären der Behandlung auszuschalten:
- Lokalanästhesie: Durch die Injektion eines Betäubungsmittels im Behandlungsgebiet wird der Zahn unempfindlich für Schmerzen. Diese am weitesten verbreitete Methode ist durch moderne Betäubungsmittel und gezielt gesetzte Spritzen mit hauchdünnen Nadeln am gängigsten in der Kariesbehandlung. Der Druck der Betäubungsspritze kann jedoch etwas unangenehm sein.
- Computergesteuerte Anästhesiesysteme: Moderne Anästhesie¬systeme berechnen den Widerstand des Zahnfleisches und geben das Schmerzmittel in kleinen, regelmäßigen Mengen ab, so dass der Patient kaum etwas davon spürt. Auch erinnert nichts mehr an die typische Spritze. Das Gerät sieht eher aus wie ein Kugelschreiber.
- Dämmerschlaf: Als Ergänzung zur örtlichen Betäubung wird der Patient in einen künstlichen Schlaf versetzt, atmet dabei aber selbstständig weiter. Zur Steuerung und Überwachung des Dämmerschlafs bedarf es dennoch eines Anästhesisten.
- Vollnarkose: Hierbei schaltet der Arzt das Bewusstsein sowie die Körperreflexe des Patienten vollständig aus. Der Patient muss künstlich beatmet werden, bekommt aber von dem Eingriff nichts mit. Diese Form der Betäubung erfordert eine entsprechende Ausstattung mit Geräten zur Narkosesteuerung und -überwachung sowie die Anwesenheit eines Anästhesisten und birgt ein entsprechendes Risiko.
Das unangenehme Geräusch
Neben
der Angst vor Schmerzen spielen aber
auch die Gerüche in der Praxis und
vor allem die Geräusche des Bohrers
während der Behandlung eine
entscheidende Rolle. Das Quietschen
des Zahnarztbohrers jagt uns auch
außerhalb der Zahnarztpraxis einen
Schauer über den Rücken.
Zur Vorbereitung kann es die Angst
mindern, sich mit diesen Geräuschen
auseinander zu setzen.
Je öfter das unangenehme Surren des Bohrers angehört wird, ohne dass etwas passiert, desto mehr verliert es seinen Schrecken. Im Internet können entsprechende Geräusche beispielsweise auf www.aubacke.de heruntergeladen werden.
Bohrer der neuen Generation sind bereits wesentlich geräuschärmer. Ganz verhindert werden kann das Bohrgeräusch jedoch nicht. Da der Zahnarzt über die Mundhöhle sozusagen im Kopf agiert, wird der Schall direkt über die Knochen ins Ohr geleitet. Mit Hilfe von Musik (über Kopfhörer) oder Videobrillen können Patienten aber von den unangenehmen Geräuschen abgelenkt werden und empfinden sie so weit weniger schlimm.
Besonders bei Kindern kann mit beruhigender Musik und Zeichentrickfilmen die Angst vor dem Bohren verhindert werden. Und wer als Kind gerne und angstfrei zum Zahnarzt geht wird es auch als Erwachsener tun.
Eines der Besten Mittel aber, um die Angst vor dem Bohrer zu vertreiben, ist das Wissen, was dabei eigentlich geschieht und wie die Behandlung im Einzelfall ablaufen soll. Ein umfassendes Gespräch zu Beginn der Behandlung und die Kommunikation während der Behandlung mit Hilfe von Handzeichen können viele Ängste ausräumen und das Vertrauen zum behandelnden Arzt stärken. Im Gespräch sollte der Patient seine Ängste schildern und gleichzeitig die Ansätze seines Zahnarztes zur Schmerzlinderung in Erfahrung bringen.
4.350 Zeichen, Belegexemplar erbeten, © proDente e.V. (Stand: Juni 2008)
